West Nile Virus – Situation

Tierschutzgesetznovelle, BGBl. I Nr. 148/2017
13. November 2017
West Nile Virus – denkbare Behandlung
1. September 2018

Aus aktueller eigener leidvoller Erfahrung – ich musste meinen zweijährigen Habicht letzten Dienstag einschläfern – ein paar Zeilen zur West Nil Situation und zu empfohlenen bzw. denkbaren Vorgehensweisen.

In Österreich sind nach meiner Kenntnis bis heute zwei Vögel von der AGES als WNV positiv bestätigt worden. Mein Habicht dürfte im Bezirk Neusiedl infiziert worden sein, der zweite Habicht südlich von Wien.

Fachlich qualifizierte Informationen zum WNV gibt es auf der Website der AGES

Als geeignete Vorbeugemaßnahmen empfiehlt die AGES (freilich abzielend auf Pferde und von mir adaptiert):

Stechmücken sind in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv. Daher gilt es besonders in der Dämmerung, die Tiere in den Stall zu führen

  • Fenster mit Mückennetzen abdichten, Türen in der Nacht und in der Dämmerung geschlossen halten
  • Gelsenmenge reduzieren: Stechmücken legen ihre Eier in jede Wasseransammlung ab. Um die Vermehrung zu vermeiden, sollten Regentonnen abgedeckt und Tränken täglich gereinigt werden
  • Impfstoffe für Pferde: es gibt mehrere zugelassen Impfstoffe. Pferde sind zwei Mal im Abstand von drei bis fünf bzw. vier bis sechs Monaten und danach jährlich zu impfen

Walter Gnigler empfiehlt als weitere mögliche Maßnahme, Vögel in der Dämmerung vor einen Ventilator zu stellen um den Gelsen den Anflug und das Landen auf den Vögeln zu verunmöglichen. Hinsichtlich des Impfregimes gibt es keine Abweichung von den bisherigen Empfehlungen (Proteq in drei Teilgaben).

Um Daten sammeln zu können wird empfohlen, WNV-Verdachtsfälle an die AGES Mödling zur Untersuchung zu senden. Die Einsendung über den tierärztlichen Kurierdienst sowie die Untersuchung auf WNV sind kostenlos. Den Befund meines Vogels hat die AGES allerdings nur an die Amtstierärztin des Bezirks Neusiedl geschickt und nicht an die einsendende Tierärztin. Ich werde hier mit der AGES den Hintergrund des Vorgehens abklären, nicht angehen kann es jedenfalls, dass der einsendende Tierarzt und damit der Tierhalter nur zufällig Kenntnis vom Befund erhalten.

In den Nachbarländern ist die Situation anscheinend noch schlechter. Aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien werden größere Zahlen an Todesfällen bekannt gegeben. In Tschechien gibt es mindestens acht tote Habichte, in Ungarn rund 20.

 

 

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